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WIR SIND WELTERBE

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Die Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohorí

auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

 

Über 800 Jahre Bergbau haben die Entwicklung des Erzgebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze geprägt und eine bedeutende montane Kulturlandschaft hervorgebracht.


Beeindruckend sind die Vielfalt der abgebauten und verarbeiteten Erze sowie die große Bandbreite an montanen, industriellen und kulturellen Sachzeugen. Gleichermaßen sind Brauchtum, Tradition und Kunsthandwerk vom Montanwesen geprägt.

Diese Kulturlandschaft ist damit in ihrer Gesamtheit einzigartig. Die Unversehrtheit und historische Echtheit der erhaltenen montanen Sachzeugen ist ein wesentliches Kriterium für die Anerkennung des außergewöhnlichen universellen Wertes für das Erbe der Menschheit.


Um die „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ umfassend zu repräsentieren, wurden aus der Vielfalt der historischen Sachzeugen 22 Bestandteile ausgewählt. Maßgebend für die Auswahl war die umfassende Abbildung aller wichtigen Merkmale der montanen Kulturlandschaft.

 

 

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Schneeberg und Schwarzenberg Unterzeichnen

Kooperationsvereinbarung zu Welterbe-Bestandteile

 

UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge / Krušnohoří

Am 21. Januar 2020 unterzeichneten Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer und Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert im Herrenhof Erlahammer eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Präsentation der Welterbe-Bestandteile und deren Objekte. Zweck der Kooperationsvereinbarung ist die gemeinsame weitere Entwicklung der lokalen Welterbe-Bestandteile und deren Objekte in Schwarzenberg und Schneeberg. Hierzu soll u.a. eine Wissensvermittlung für jede Altersgruppe unter Einbeziehung der Leistungserbringer und Akteure vor Ort erfolgen. Schwarzenberg und Schneeberg wollen dabei eine Vorreiterrolle übernehmen und Schrittmacher für das Westerzgebirge sein. Geplant ist also eine gemeinsame thematische Netzwerkbildung zwischen den Kommunen, die gemeinsame Darstellung aller Bestandteile der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří, die Qualifizierung von Akteuren und Leistungsträgern, Weiterbildungen zur Sensibilisierung für das Thema Welterbe, die Abstimmung und Gestaltung der Besucherlenkung, die Ausgestaltung der interkommunalen und grenzübergreifenden Kooperation. Zunächst wird sich auf die derzeit erlebbaren Angebote konzentriert. 

 

 

Historische Altstadt

 

SCHNEEBERG

 

Eine der bedeutendsten Bergstädte des Erzgebirges ist

neben Freiberg, Annaberg-Buchholz und Marienberg die Bergstadt Schneeberg. Nach den spektakulären Silberanbrüchen in der 2. Hälfte des 15.Jahr-hunderts
erlangte der Bergbau auf Kobalt weltweite Bedeutung und stellt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal dar.


Das historische Bergbaugebiet Schneeberg ist ein wesentlicher Bestandteil des seriellen Gutes des Welterbantrages und beinhaltet folgende Elemente:

  • die Historische Altstadt von Schneeberg
  • die Fundgrube Weißer Hirsch 
  • die Fundgrube Sauschwart
  • die Fundgrube Daniel
  • die Fundgrube Gesellschaft
  • der Filzteich
  • die Fundgrube Wolfgangmaßen
  • das Siebenschlehener Pochwerk
  • die Silber-Schmelzhütte St. Georgen
  • der Knappschaftsteich
  • die Fundgrube St. Anna am Freudenstein nebst Troster Stolln in Zschorlau

 

Des Weiteren zählen zum Bergbaugebiet weitere Bestandteile des UNESCO-Welterbes „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ wie die Bergbaulandschaft Hoher Forst im Gebiet Hartmannsdorf, Langenweißbach und Kirchberg und das Blaufarbenwerk Schindlers Werk bei Zschorlau OT Albernau

 

Zu den assoziierten Objekten des Bergbaugebiets Schneeberg gehören:

  • die St. Andreas Fundgrube/ Weiße Erden Zeche in Aue
  • das Herrenhaus Auerhammer in Aue
  • die Bestecke- und Silberwarenfabrik Wellner in Aue
  • der Schneeberger Floßgraben

 

 

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WELTERBEANTRAG


2014 wurde der 1400 Seiten umfassende sächsisch-tschechische Welterbeantrag unter dem Titel „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ in Paris eingereicht. 2015 erfolgte durch eine Expertenkommission die Begutachtung der 85 Bestandteile mit über 500 Objekten vor Ort. Die Auswertung des Internationalen Denkmalrates (ICOMOS – International Council on Monuments and Sites) bescheinigte dem Antrag ein hohes Welterbepotential, regte jedoch die weitere Qualifizierung der Unterlagen an.


Auf Beschluss des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. vom 08. April 2016 wurde das Sächsische Staatsministerium des Innern gebeten, in Abstimmung mit dem tschechischen Kulturministerium den Welterbeantrag offiziell zurückzuziehen.


Bis zur erneuten Einreichung soll mit Unterstützung von ICOMOS der Welterbeantrag überarbeitet und präzisiert werden. Aus 85 wurden 22 Bestandteile - 17 sächsische und 5 tschechische Bestandteile - mit über 500 Objekten.


Mit der Einreichung am 1. Februar 2018 beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris fiel im Juli 2019 die Entscheidung über die Eintragung der „Montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“ in Baku.

Aktuelle Infos:  
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ELEMENTE IN DER BERGSTADT SCHNEEBERG

Historische Altstadt Foto_ Daniel Leistner
HISTORISCHE
ALTSTADT

Bedeutende Silbererzfunde gegen Ende des 15.Jhds. führten zur ungeplanten und rasanten Entstehung der Bergstadt inmitten von zahlreichen Bergwerken. Während der Blütezeit des Bergbaus im 16. Jahrhundert wurden zahlreiche bedeutende profane und sakrale Bauwerke errichtet. Das Stadtbild wurde durch ein Großfeuer 1719 nachhaltig verändert. Neubauten entstanden im barocken Stil und prägen seitdem das Stadtbild.

Dazu zählt die St. Wolfgangskirche mit seinem kulturhistorisch bedeutenden Lucas Cranach Altar, die Trinitatiskirche, das Rathaus mit seinem markanten Turmaufbau, das barocke Fürstenhaus auf dem Fürstenplatz, das Bürgerhaus der Familien Schmeil & Tröger sowie das Borthenreuther Haus indem sich heute das Museum für bergmännische Volkskunst befindet.

 

 

 

Fundgrube Weißer Hirsch
FUNDGRUBE
WEIßER HIRSCH

Um 1480 begann der Bergbau im Bereich der Fundgrube Weißer Hirsch. Anfangs wurden in der erstmals im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnten Grube Weißer Hirsch Silbererze abgebaut, später auch Wismut-, Kobalt- und Nickelerze. Mit Erweiterung zum zentralen Treibe- und Kunstschacht wurde sie eine der wichtigsten Anlagen der Region.

 

Eine zentrale Stellung kam ihr zu, als sich 1880 mehrere Gruben zum Schneeberger Kobaltfeld vereinigten, um Erze zur Blaufarbenherstellung zu fördern. Weltweite Bekanntheit erlangte die Grube aufgrund einer Vielzahl hier erstmals aufgefundener Uranminerale. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie unter der Bezeichnung Schacht 3 der Ausgangspunkt für den Uranerzbergbau in dieser Region. Seit 1957 befindet sich hier der Sitz der Bergsicherung Schneeberg. Neben dem Wassergöpelgebäude errichteten Treibehaus sind die Kehrradsstube, das Huthaus, die Scheidebank und die Bergschmiede erhalten.

 

 

 

Fundgrube Sauschwart
FUNDGRUBE
SAUSCHWART

Der Bergbau im Gebiet der Sauschwart Fundgrube ist bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts belegt. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die Grube zu einer der wichtigsten Anlagen im Revier.

 

Im Tagesschacht der Grube Sauschwart wurden bis 1929 Wismuterze gefördert. Über dem Schacht befindet sich die Kaue mit Anbau, in dem eine umgesetzte Fördermaschine aus dem Jahr 1949 untergebracht ist. Zu den anderen vorhandenen Gebäuden gehören das 1835 erbaute Huthaus und das Steigerhaus. Erhalten ist auch das Mundloch des Erbstollns, dessen Bau schon 1487 begann. Die Schachtkaue ist touristisch erschlossen.

 

 

 

Fundgrube Sauschwart
FUNDGRUBE 
DANIEL

Die Grube Daniel wurde 1497 erstmals erwähnt. Mitte des 17. Jahrhunderts avancierte sie durch bemerkenswerte Kobaltanbrüche zu einer der wichtigsten Gruben des Schneeberger Reviers und lieferte mehr als ein Drittel der hiesigen Kobalterze.

 

Erhalten geblieben sind das um 1730 errichtete Huthaus mit Betstube, die Vorratskammer, das Zimmerhaus, die Bergschmiede mit Steigerwohnung und ein Teil des tonnlägigen Tagschachtes.

 

 

 

Fundgrube Gesellschaft
FUNDGRUBE
GESELLSCHAFT

Die Gesellschaft Fundgrube gehörte zu den großen und wichtigen Grubenanlagen im Neustädtler Bergbaugebiet und ist eine in ihrer Gesamtheit hervorragend erhaltene Fundgrube. Die erhaltenen Tagesgebäude umfassen das Huthaus (1830), die Bergschmiede (1839), das Zimmerhaus.

 

Einzigartig in der Bergbaulandschaft sind das Brunnenhaus und der Pulverturm. Anstelle des einstigen Treibehauses steht heut eine kleine Kaue über dem Turbinenschacht. Die Gesellschafter Abzugsrösche ist bis zum Turbinenschacht touristisches erschlossen.

 

 

 

Filzteich
FILZTEICH
 

Der Filzteich wurde zwischen 1483 und 1485 auf altem Zinnseifengelände zur Versorgung des Schneeberger Bergbaus mit Aufschlagwasser angelegt. Nach einem Teichdammbruch im Jahr 1783 wurde der Teich als größter Wasserspeicher des Schneeberger Bergbaugebietes wieder erbaut. Im großen Waldgebiet westlich des Filzteiches befinden sich die ausgedehnten Zuführungs- und Wassererschließungsgräben.

 

Der Filzteich besitzt auch als Naturgewässer große Bedeutung. Das Wasser des Zulaufes entspringt in einem Hochmoor des Hartmannsdorfer Forstes. Es hat eine bräunliche Färbung, welche durch Moortrübstoffe hervorgerufen wird. Da bekanntlicherweise Moor ein anerkanntes Naturheilmittel ist, kann man davon ausgehen, dass ein Bad im Filzteich der Gesundheit nur zuträglich sein kann. Seit 1933 wird der Filzteich als Naturstrandbad genutzt.

Für die aktive Erholung gibt es viele Möglichkeiten. Neben der 85 m langen Großwasserrutsche stehen Sprungturm, Wassertreter, Ruderboote, eine Kinderrutsche, Tischtennisplatten, eine Freikegelbahn, eine Großwippe, eine Hängeseilbahn, ein Großschachplatz sowie mehrere Kinderspielplätze zur Verfügung. Aber auch Strandkörbe, Liegen, Liegestühle und Sonnenschirme zum Ausleihen sowie ein FKK-Strand sind vorhanden. In Freiluftgaststätten und Kiosken wird für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Während der Badesaison werden eine Reihe von Veranstaltungen angeboten, wie Filzteichfest, Strandkonzerte, Diskos und Kinderfeste. Sportwettkämpfe wie Triathlon sind über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt.

 

 

 

Fundgrube Wolfgangmaßen
FUNDGRUBE
WOLFGANGMAßEN

Die südlichste große Grube des Schneeberger Reviers und eine der bedeutendsten Kobaltgruben des sächsischen Erzbergbaus war im 19. Jahrhundert die Fundgrube Wolfgangmaßen. Von der Grubenanlage sind das 1816 bis 1818 erbaute Pochwerkhaus mit untertägiger Pochradstube, das in Fachwerkbauweise errichtete Huthaus, das Steigerwohnhaus, das Kunstwärterwohnhaus und die Bergschmiede aus der Mitte des 19. Jahrhunderts erhalten. Neben der großen Tafelhalde des Hauptschachtes sind zahlreiche kleinere Halden vorhanden, die sich in das 16. Jahrhundert datieren lassen.

 

 

 

Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk
SIEBENSCHLEHENER
POCHWERK

Bereits um 1500 wurden am Standort Erze aufbereitet. Vom 16. bis 19. Jahrhundert war das Schneeberger Revier weltweit größter und bedeutendster Fundort für Kobalterze. Von den zahlreichen Aufbereitungsanlagen hat sich das Siebenschlehener Pochwerk erhalten. Es gehörte zu der Ende des 15. Jahrhunderts erstmalig erwähnten Fundgrube „Siebenschlehen“. In den Jahren 1752 und 1753 wurde die Anlage in ihrer noch heute bestehenden Form errichtet. Zum Komplex gehören neben dem Hauptgebäude auch vie Kobaltkammern und das um 1830 erbaute Steigerhaus. Mit der Aufbereitung von Wolframiterzen endete 1944 die Betriebszeit des Pochwerkes. Nach umfangreichen Baumaßnahmen dreht sich seit 1995 wieder das 6m große Wasserrad der Pochwerkswelle.

 

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Silber-Schmelzhütte St. Georgen
SILBER-SCHMELZHÜTTE ST. GEORGEN

60 Meter nordöstlich vom Siebenschlehener Pochwerk in Schneeberg-Neustädtel befindet sich die um 1665 errichtete kurfürstliche Silber-Schmelzhütte. Der Name erinnert an den älteren Hüttenstandort der historisch bedeutsamen Schneeberger Grube St. Georg. Das ursprünglich mit verschiedenen Anbauten versehene zweigeschossige Gebäude diente der Verarbeitung von Wismut-, Kobalt- und Nickel haltigen Silbererzen. Bei der St. Georgenhütte handelt es sich um die einzige, weitestgehend im baulichen Originalzustand erhaltene Schmelzhütte des Westerzgebirges. Die Verarbeitung der Erze erfolgte mit metallurgischen Verfahren, wie sie aus Beschreibungen von Georgius Agricola und Lazarus Ercker bekannt sind.

  

 

 

Knappschaftsteich
KNAPPSCHAFTS-TEICH

Der 1684 angelegte Knappschaftsteich grenzt unmittelbar an den Komplex des Siebenschlehener Pochwerkes. Es handelt sich bei ihm um einen Pochwerksteich, der ein weiteres unterhalb des Siebenschlehener Pochwerks liegendes Pochwerk beaufschlagte. Der Teich verfügt über einen Erddamm mit Lehmdichtung, eine Tarrasmauer sowie ein Striegelhaus und einen Überlauf. Er entspricht nach seiner Bauart dem zum Siebenschlehener Pochwerk gehörenden Lindenauer Pochwerksteich. Das Betriebswasser für das Pochwerk und die Wäsche bezog die Grube über den 600 Meter langen Pochwerksgraben aus dem Lindenauer Teich.

Fundgrube St. Anna am Freudenstein
FUNDGRUBE 
ST. ANNA 
AM FREUDENSTEIN

nebst Troster Stolln in Zschorlau

 

Der erste urkundliche Nachweis über Bergbauaktivitäten im Areal des heutigen Besucherbergwerks St. Anna am Freudenstein bei Zschorlau datiert auf das Jahr 1492. Der Bergbau am Freudenstein begann jedoch schon im Jahre 1474. Es handelte sich um ein relativ kleines Bergbaugebiet, das vor allem durch den Silbererzbergbau des 16. Jahrhunderts geprägt ist. Bis 1873 wurde mit Unterbrechungen in der Grube gearbeitet. Im nördlichen Bereich der Bergbaulandschaft befindet sich der zugängliche Troster Tagestolln.