GEMEINSAMES PROJEKT STÄRKT NATUR- UND KULTURERBE
Im Westerzgebirge stehen aktuell Traditionssorten im Fokus: Safranapfel und „Köstliche aus Charneux"
Der Landschaftspflegeverband Westerzgebirge, der NABU Aue-Schwarzenberg e.V. und die Stadt Schneeberg haben ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen: „Alles kommt vom Bergwerk her? Natur- und Kulturerbe im Dialog.“
Die Geschichte, die Landschaft und die Menschen des Erzgebirges sind seit Jahrhunderten eng mit dem Bergbau verbunden. Ohne das historische „Berggeschrey“ wäre das rau klimatisierte Mittelgebirge kaum so dicht besiedelt worden wie heute. Der Bergbau steht dabei sowohl für große Eingriffe in die Natur als auch für die Entstehung neuer, wertvoller Lebensräume, die andernorts nicht vorkommen.
Traditionell war das Erzgebirge – insbesondere in höheren Lagen – nie eine klassische Obstbauregion. Streuobstwiesen, wie sie in vielen anderen Gegenden Deutschlands typisch sind, blieben aufgrund der klimatischen Bedingungen die Ausnahme. Obstbau fand überwiegend in Haus- und Kleingärten statt. Die hohe Besiedlungsdichte durch den Bergbau führte zudem zu einer verstärkten Bedeutung der Selbstversorgung – insbesondere beim Obst- und Gemüseanbau.
Das gemeinsame Projekt möchte auf diese historisch gewachsene Kulturlandschaft aufmerksam machen und rückt gleichzeitig alte, klimaangepasste Obstsorten in den Mittelpunkt. So wurde für das Jahr 2025 der „Safranapfel“ zur regionalen Obstsorte des Jahres gewählt. Beim diesjährigen „Öko- und Streuobstmarkt“ fiel die Wahl der Obstsorte des Jahres 2026 der Montanregion Erzgebirge auf die traditionsreiche Birnensorte „Köstliche aus Charneux“.
Diese alten Obstsorten werden im Rahmen des Projekts bewusst wieder in die Region zurückgebracht – unter anderem in Kindertagesstätten, Schulen, Seniorenheimen sowie auf Wunsch auch in privaten Gärten.
Bereits im vergangenen Jahr wurde an der Marchwitza-Grundschule ein „Safranapfel“ gepflanzt. Am gestrigen Tag folgte nun auch die Pflanzung der „Köstlichen aus Charneux“. Damit erweitert die Schule ihr „Grünes Klassenzimmer“ und setzt ein Zeichen für gelebte Umweltbildung.














