5 STUNDEN 55 MINUTEN FÜR EUCH
Stunden 55 Minuten für euch“ – unter diesem Motto ist Ingo Seifert anlässlich „555 Jahre Bergstadt Schneeberg“ derzeit in unserer Stadt unterwegs. Mitmachen erwünscht: Bürgermeister zu Besuch – bei Ihnen vor Ort! Alle ortsansässigen Gewerbebetriebe, Handwerksbetriebe, Dienstleister und Institutionen haben weiterhin die Möglichkeit, den Bürgermeister einzuladen: - Aktuell liegen bereits sehr viele Einladungen vor. Damit es fair zugeht, kommen alle Anfragen in einen Lostopf – und zu den monatlichen Stadtratssitzungen wird jeweils ein Los gezogen. Wohin das Los fällt, dorthin geht der Bürgermeister dann für 5 Stunden und 55 Minuten – zum Zuhören, Mitmachen und Austauschen.
Also: Einfach anfragen, Termin klarmachen, losreden!

07 RESTAURANT "GOLDNE SONNE"
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5 Stunden und 55 Minuten zwischen Schnitzelklopfen, Zeitdruck und perfektem Teamwork
Die nächste Station der Aktion „Bürgermeister für 5 Stunden und 55 Minuten vor Ort“, die Bürgermeister Ingo Seifert im Jubiläumsjahr 555 Jahre Bergstadt Schneeberg bis zum Jahresende durchführt, führte ihn dorthin, wo Gäste normalerweise keinen Einblick erhalten – in die Küche unseres Kulturzentrums Goldne Sonne.
Den Termin hatte der Bürgermeister dabei ganz bewusst gewählt. Am 30. Juni feierten die Absolventinnen und Absolventen der Oberschule Bergstadt Schneeberg ihren Abschlussball im Großen Saal. Rund 260 Gäste sollten möglichst zeitgleich à la carte versorgt werden. Schon lange hatte sich Ingo Seifert gefragt, wie es einer Küchenmannschaft gelingt, eine so große Anzahl an Gästen nahezu gleichzeitig mit frisch zubereiteten Speisen zu versorgen. Dass die Uhrzeit an diesem Abend noch eine ganz besondere Rolle spielen würde, ahnte er zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Bevor jedoch die Kochschürze angezogen wurde, wartete zunächst eine ganz andere Herausforderung. Gemeinsam mit vier weiteren Jurymitgliedern durfte der Bürgermeister 17 eingereichte Schiebböcker verkosten und bewerten. Eine Aufgabe, die sich als deutlich schwieriger erwies als erwartet. Die eingereichten Kreationen unterschieden sich teilweise erheblich voneinander und jede hatte ihren ganz eigenen Charakter. Zwei Schiebböcker erhielten vom Bürgermeister schließlich die Höchstpunktzahl. Doch spätestens in der gemeinsamen Auswertung wurde deutlich, dass Geschmack eben höchst individuell ist. Die Diskussionen verliefen lebhaft und so bleibt die Spannung groß, welcher Schiebböcker in der Festwoche tatsächlich als Sieger gekürt werden wird.
Nach der Verkostung ging es dann endlich dorthin, worauf sich der Bürgermeister bereits gefreut hatte. In der Küche warteten Solvig Eberbach, Ronny Einsiedel und Azubi im 3. Lehrjahr Arti Morozov schon auf ihren „Kollegen auf Zeit“.
Schnell umziehen, Schürze umbinden – und los.
Die erste Aufgabe hatte es direkt in sich:
150 Schnitzel klopfen.
Respekt vor einer Küchenmannschaft, bei der die Arbeit zwar gefühlt wie am Fließband läuft – an diesem Band jedoch mit Herzblut, handwerklichem Können und ausschließlich frischen Zutaten gearbeitet wird.
Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr die Gastronomie inzwischen auf engagierte Nebenjobber angewiesen ist. Ohne sie wären Veranstaltungen wie diese kaum noch durchführbar. Ebenso nachdenklich stimmt die Situation vieler Leihköche, die häufig ohne die Sicherheiten eines festen Arbeitsverhältnisses arbeiten. Ein Zustand, der einem so anspruchsvollen Berufsbild kaum gerecht wird.
Eine Erkenntnis wird Bürgermeister Ingo Seifert von diesem Tag ganz sicher mitnehmen: Hinter jeder gelungenen Veranstaltung gibt es Menschen, die das Publikum kaum wahrnimmt. Während im Saal Reden gehalten, applaudiert und gefeiert wird, arbeitet wenige Meter entfernt ein Team hochkonzentriert daran, dass hunderte Gäste gleichzeitig ein frisch zubereitetes Essen erhalten. Diese Leistung bleibt oft unsichtbar – verdient aber mindestens genauso viel Applaus wie das Programm auf der Bühne.
Für Bürgermeister Ingo Seifert steht deshalb fest: Unsere Goldne Sonne ist immer einen Besuch wert und das Team kann derartige Veranstaltungen.
Ziel des Teams ist es, jede Bestellung so schnell wie möglich nach der Aufgabe an den Gast zu bringen. Dafür greifen sämtliche Arbeitsabläufe wie Zahnräder ineinander – auf engstem Raum, unter enormem Zeitdruck und dennoch mit höchster Präzision.
Dann war es soweit.
Punkt 19.00 Uhr war die Küche startklar.
Die Schnitzel waren gebraten, die Beilagen vorbereitet, die Desserts angerichtet, sämtliche Arbeitsplätze besetzt. Jeder wusste genau, was in den nächsten Minuten zu tun war. Die Küche war bereit. Bereit für den Startschuss. Doch dieser blieb zunächst aus. Während im Saal noch eine Rede gehalten wurde, folgte anschließend ein weiterer Programmpunkt und schließlich langanhaltender Applaus. Aus wenigen geplanten Minuten wurden schließlich fast dreißig.
Was für die Gäste kaum eine Rolle spielte, brachte die Küche in eine völlig andere Situation. Denn dort hatte man auf den Punkt gearbeitet. Nun galt es, sämtliche Speisen so warmzuhalten, dass sie weder an Qualität noch an Frische verloren. Natürlich verfügt die Goldne Sonne über modernste Technik, um genau das sicherzustellen. Trotzdem verfolgt das gesamte Küchenteam ein anderes Ziel: Jedes Gericht soll dem Gast möglichst frisch serviert und nicht möglichst lange warmgehalten werden.
In diesen Minuten wurde dem Bürgermeister plötzlich bewusst, unter welchem Zeitdruck eine Küchenmannschaft tatsächlich arbeitet. Jeder Programmpunkt, der sich unerwartet verlängert, verändert unmittelbar die Abläufe hinter den Kulissen.
„Mir ist in diesem Moment klar geworden, dass wir Redner häufig nur die Bühne sehen. Die Küche sehen wir nicht. Dabei arbeitet dort seit Stunden ein Team auf genau diesen einen Zeitpunkt hin. Diese Erfahrung werde ich künftig bei Veranstaltungen ganz sicher im Hinterkopf behalten.“
Als schließlich gegen 19.30 Uhr der Startschuss fiel, passierte etwas Beeindruckendes.
Keine Hektik.
Kein Durcheinander.
Keine lauten Kommandos.
06 ERGO- UND HANDTHERAPIE “IN MOTIO“
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Die nächste Station der Aktion „Bürgermeister für 5 Stunden und 55 Minuten vor Ort“ führte Bürgermeister Ingo Seifert in die Ergo- und Handtherapie „in motio“ am Postplatz 5. Eingeladen hatte Geschäftsführerin und Inhaberin Juliane Fehrmann – und zunächst stellte sich dem Bürgermeister ehrlich gesagt eine ganz praktische Frage: Was genau macht man eigentlich in einer solchen Praxis?
Denn Berührungspunkte mit der Ergo- und Handtherapie hatte er bis dahin noch nicht. Leistungen dieser Art musste er glücklicherweise selbst noch nie in Anspruch nehmen. Umso größer war die Neugier darauf, was ihn dort erwarten würde – und vor allem, welche Aufgaben sich das Team wohl für den Bürgermeister ausgedacht hatte.
Die Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten.
Schon nach der Begrüßung wurde schnell klar, dass dieser Tag bis ins Detail vorbereitet worden war. Nach einer kurzen Einweisung und einer halben Tasse Kaffee – mehr Zeit blieb zunächst nicht – zeigte die gelernte Ergotherapeutin und zertifizierte Neurologie-Handtherapeutin Jessica Winkler dem Bürgermeister die Praxisräume. Sie war übrigens auch diejenige, welche ihrer Chefin die Idee gab, die Praxis für die Aktion beim Bürgermeister anzumelden. Ihre Initiative wurde damit im wahrsten Sinne des Wortes belohnt.
Dann wartete bereits der erste Patient – und damit auch der direkte Einstieg in die Praxisarbeit. Bürgermeister Ingo Seifert wurde nicht etwa nur zum Zuschauen eingeladen, sondern aktiv eingebunden. Mit dem großzügigen Einverständnis der Patientinnen und Patienten durfte er Narben einölen, Massagebehandlungen begleiten, selbst massieren und verschiedene therapeutische Übungen anleiten.
Dabei wurde schnell deutlich, wie anspruchsvoll und vielseitig die Arbeit in der Ergo- und Handtherapie tatsächlich ist. So mussten beispielsweise verschiedene Gegenstände aus einem Kiesbett „herausgefischelt“ werden, um Motorik und Sensibilität zu trainieren. Hand- und Armmuskulatur wurden mit unterschiedlichsten Geräten gestärkt.
Besonders spannend war ein Gestell, das fast ein wenig wie ein Weihnachtsbaum anmutete. Dieses musste mit verschiedenen Gegenständen bestückt werden – allerdings nicht unmittelbar mit den Händen, sondern mit Hilfsmitteln wie u. a. einer Grillzange oder speziellen Klammern. Übungen, die auf den ersten Blick spielerisch wirken, für die Betroffenen aber hochkonzentrierte Arbeit bedeuten.
Denn eines wurde dem Bürgermeister schnell bewusst: Hinter jeder dieser Übungen steckt ein klares Ziel. Die Patientinnen und Patienten wollen das Beste aus ihrer Situation machen und im Idealfall verlorene Fähigkeiten zurückerlangen. Und dafür gilt auch hier: Ohne Fleiß kein Preis.
Ebenso beeindruckend war die Kreativität des Praxisteams. Viele der verwendeten Therapiehilfen werden nämlich nicht einfach gekauft, sondern selbst gebaut. Neben klassischen Geräten findet man in der Praxis zahlreiche individuell angefertigte Bretter, Gestelle und teilweise fast exotisch anmutende Konstruktionen, die exakt auf bestimmte Übungen und Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Mit der nächsten Patientin durfte der Bürgermeister anschließend sogar ein Hand-Paraffinbad durchführen – eine Behandlung, von der er bis dahin noch nie gehört hatte.
Danach führte der Einsatz weiter in die Altenbetreuungs- und Wohnanlage Sonnenschlöß’l. Dort wartete Ergotherapeutin Maike Unger bereits auf ihren prominenten Kollegen auf Zeit. Gemeinsam behandelten sie zunächst eine Bewohnerin, die nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen ist. Während Bürgermeister Ingo Seifert die Arme und die Nackenmuskulatur mit einem Massagestab behandelte, mobilisierte Maike Unger manuell die Arme der Bewohnerin. Die Freude über den besonderen Besuch war der Dame sichtlich anzumerken.
Doch auch hier wurde – ähnlich wie bereits beim Einsatz beim Pflegedienst Prokot – eines deutlich: Vielen Menschen fehlt vor allem die Kommunikation. Das Gespräch, die persönliche Ansprache und das Gefühl, wahrgenommen zu werden, sind oftmals mindestens genauso wichtig wie die eigentliche Behandlung.
Bei der nächsten Bewohnerin ging es anschließend um das Training kognitiver Fähigkeiten. Das Ganze endete schließlich in einem hart umkämpften Gesellschaftsspiel – welches der Bürgermeister zur großen Freude der Patientin selbstverständlich verlor.
Nach den Hausbesuchen ging es zurück in die Praxis zu Ergotherapeutin Lusia Morgenstern. Gemeinsam trainierten sie zunächst mit einer weiteren Patientin verschiedene kognitive Fähigkeiten am Tisch, bevor anschließend im Sportraum Gleichgewichts- und Koordinationsübungen absolviert wurden.
Zum Abschluss wartete dann noch eine ganz besondere Aufgabe. Gemeinsam mit Maike Unger arbeitete der Bürgermeister mit einem Erstklässler, der Entwicklungsverzögerungen aufweist. Hier standen vor allem Mathematik, Mengenverständnis und spielerisches Lernen im Mittelpunkt – sowohl am Tisch als auch im Sportraum. Der Junge arbeitete hochmotiviert mit und machte schnell deutlich, wie wichtig Geduld, Kreativität und positive Bestärkung in diesem Bereich sind.
Dass die Zeit dabei förmlich verflog, überraschte den Bürgermeister am Ende selbst. Plötzlich war es bereits 14:00 Uhr. Dabei hatte er fast schon vergessen zu erwähnen, dass er zwischendurch gemeinsam mit Jessica Winkler sogar an einer individuellen Handschiene „basteln“ durfte und das seine Handfertigkeiten auch professionell getestet wurden.
Zum Abschluss folgte gemeinsam mit Juliane Fehrmann und Maike Unger die Auswertung des Tages. Dem Bürgermeister wurde bescheinigt, sehr motiviert und ohne Berührungsängste mitgearbeitet zu haben. Mit einem Augenzwinkern hieß es sogar, man könne ihn sich fast als männliche Verstärkung im Praxisteam vorstellen. Dafür gab es vom Team die Schulnote 1.
Was bleibt nach diesen 5 Stunden und 55 Minuten?
Vor allem große Anerkennung. Anerkennung für ein unglaublich facettenreiches Berufsfeld, dessen Vielfalt und Anspruch dem Bürgermeister vorher so nicht bewusst waren. Ergo- und Handtherapie bedeutet eben weit mehr als ein paar Übungen – es geht um Selbstständigkeit, Lebensqualität, Motivation und oft auch darum, Menschen nach schweren Einschnitten wieder ein Stück Alltag zurückzugeben.
05 ADLER APOTHEKE
Zwischen Tradition, Verantwortung und persönlicher Beratung - Die Aktion „Bürgermeister für 5 Stunden und 55 Minuten vor Ort“ führte Bürgermeister Ingo Seifert am 17.04.2026 in eine Einrichtung, die für viele zum Alltag gehört – deren Bedeutung und Vielschichtigkeit sich aber oft erst auf den zweiten Blick erschließt: in die Adler-Apotheke auf dem Schneeberger Markt zu Apotheker Thomas Freudewald.
Dass diese Besuche längst mehr sind als reine Höflichkeitstermine, wurde auch an diesem Tag wieder deutlich. Der Bürgermeister wurde herzlich empfangen – und zugleich mit einer großen Wertschätzung dafür, dass er sich für jede einzelne Station bewusst Zeit nimmt, um hinter die Kulissen zu schauen und mit anzupacken.
Schon beim Rundgang durch die Apotheke fiel eines sofort ins Auge: Die Einrichtung ist alles andere als gewöhnlich. Vielmehr hat sie einen fast musealen Charakter. Historische Elemente, liebevoll gepflegte Details und eine besondere Atmosphäre machen die Adler-Apotheke nicht nur zu einem Ort der Gesundheitsversorgung, sondern zugleich zu einer kleinen Sehenswürdigkeit – für Einheimische wie für Gäste unserer Stadt. Wer das nächste Mal vor Ort ist, sollte sich ruhig einen Moment Zeit nehmen und den Blick durch den Raum schweifen lassen.
Nach der ausführlichen Einführung hieß es dann aber auch hier: nicht nur schauen, sondern machen. Der Bürgermeister wurde direkt in den Arbeitsalltag eingebunden. Eine seiner ersten Aufgaben war das Kommissionieren von Medikamenten. Lieferungen mussten angenommen, mit dem System abgeglichen und anschließend sorgfältig auf die entsprechenden Schubfächer verteilt werden – immer mit Blick auf die korrekte Zuordnung und das jeweilige Verfallsdatum. Eine Tätigkeit, die in der Keilberg-Apotheke bereits durch moderne Technik automatisiert ist – in der Adler-Apotheke durfte sie noch ganz klassisch ausgeführt werden.
Im Anschluss wartete eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe: das sogenannte „Blistern“ von Medikamenten. Dabei werden Arzneimittel individuell für Patientinnen und Patienten zusammengestellt und portioniert. Schnell wurde klar, wie viel Konzentration und Sorgfalt hier gefragt sind. Denn eines steht fest: Die Menschen verlassen sich zu 100 Prozent auf die Richtigkeit dieser Arbeit.
Natürlich durfte auch der direkte Kontakt mit Kundinnen und Kunden nicht fehlen. Im Verkaufsbereich konnte der Bürgermeister – mit Einverständnis der Beteiligten – selbst beratend tätig werden und erleben, wie wichtig die persönliche Ansprache und individuelle Beratung vor Ort ist.
Neben den praktischen Einblicken blieb auch genügend Raum für Gespräche mit Thomas Freudewald und seinem Team. Dabei wurde ein Thema besonders deutlich: die zunehmende Belastung durch Vorschriften und Rahmenbedingungen. Viele Berichts- und Nachweispflichten sind durchaus sinnvoll, in ihrer Vielzahl jedoch oft eine zusätzliche Herausforderung im ohnehin anspruchsvollen Alltag. Hinzu kommt, dass die Vergütung der Apotheken seit 2013 nicht angepasst wurde – während gleichzeitig Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal kontinuierlich gestiegen sind. All das geschieht unter wachsendem Druck durch Online-Anbieter.
Was bleibt nach diesen 5 Stunden und 55 Minuten? Vor allem eines: großer Respekt. Respekt vor einem Berufsstand, der tagtäglich Verantwortung trägt, präzise arbeitet und zugleich ein wichtiger Ansprechpartner für die Menschen vor Ort ist.
Und es bleibt eine klare Botschaft: Wer die Apotheken vor Ort stärken möchte, kann das ganz konkret tun – indem er sie nutzt. Denn neben der Versorgung bietet die stationäre Apotheke einen entscheidenden Vorteil: persönliche Beratung, individuell und direkt.
Oder anders gesagt: Es liegt auch an uns.
Wohin die nächste Station führt, entscheidet sich zur kommenden Stadtratssitzung.
04 KIDO SHOP
Die nächste Station Bürgermeister Ingo Seifert am 20. März 2026 in die Kreativwerkstatt „Kido“ von Ivonne Hempel. Nach den bisherigen Einsätzen war das diesmal eine ganz andere Welt – und am Ende stand die Erkenntnis: Kreativität sieht oft leicht aus, ist in Wahrheit aber echtes Handwerk. Dass Ivonne Hempel diesen Besuch überaus professionell vorbereitet hatte, zeigte sich gleich zu Beginn. Der Bürgermeister wurde nämlich nicht einfach begrüßt, sondern gleich mit einem Lehrlingsausweis ausgestattet. Auf dessen Rückseite standen sechs Aufgaben, die es an diesem Tag zu erfüllen galt.
Es warteten also sechs Stationen – und jede hatte ihre ganz eigene Herausforderung. Los ging es mit dem „Blitzkurs Pinsel oder Panik“. Dahinter verbarg sich die Gestaltung eines Willkommensschildes. Mit Farbe und Pinsel „Herzlich Willkommen“ in schöner Schreibschrift zu schreiben, erwies sich als deutlich schwieriger als gedacht. In Panik geriet der Bürgermeister zwar nicht, neidisch wurde er aber schon – und zwar auf die ausgesprochen schöne und sichere Handschrift von Ivonne Hempel. Danach wurde es modern. Bei „Bürgermeister trifft Laser“ durfte sich Ingo Seifert am Lasergerät ausprobieren. Das war absolut faszinierend. Wer so ein Gerät einmal in Aktion erlebt hat, versteht schnell, warum man den Blick kaum davon abwenden kann. Präzision, Technik und Kreativität gingen hier auf beeindruckende Weise Hand in Hand. Besonders persönlich wurde es bei der Station „Gefühl und Holz“. Hier durfte der Bürgermeister für seine Frau ein Schneidebrett gestalten. Dass Ivonne Hempel auch diese Aufgabe mit viel Liebe vorbereitet hatte, zeigte sich im Detail.
Sie hatte im Vorfeld Kontakt zur Ehefrau des Bürgermeisters aufgenommen, die ihr sogar ein Bild von beiden geschickt hatte. So entstanden ganz besondere Einzelstücke – und ganz nebenbei wurde klar, wie kreativ man mit moderner Technik arbeiten kann. Bei der Aufgabe „Klebebandkünstler“ half der Bürgermeister anschließend dabei, Postsendungen für den Versand fertig zu machen.
Danach hieß es bei „Bildfänger“, professionelle Fotos von Produkten aus Shop und Werkstatt anzufertigen, damit diese im Internet ansprechend präsentiert werden können. Zum Abschluss durfte der Bürgermeister dann sogar ganz offiziell am Rad drehen. Aber keine Sorge, durchgedreht ist er dabei nicht. Hinter dieser Aufgabe verbarg sich vielmehr der Bau eines Glücksrades. Die Teile waren bereits vorbereitet und gestaltet, und beim Zusammenbau konnte Ingo Seifert tatkräftig mithelfen. Dass das Ergebnis nicht nur ordentlich aussah, sondern sich auch wunderbar drehte, ließ sich direkt überprüfen. Zu sehen und zu drehen sein wird dieses Glücksrad unter anderem zum Bergstreittag in der Jubiläumswoche. Natürlich blieb auch genügend Zeit für Gespräche und einen Einblick in die Werkstatt. Der Aufenthalt wirkte sogar noch nach, denn am darauffolgenden Dienstag half Bürgermeister Ingo Seifert zusätzlich bei der Gestaltung des Schaufensters der Eismanufaktur „Venezia“ mit.
Die Zeit verging wie im Flug. Es war herausfordernd, interessant und hat richtig Spaß gemacht. Gleichzeitig blieb eine wichtige Erkenntnis: Über „Deko“ wird gern einmal geschmunzelt. Wer aber selbst erlebt hat, wie viel Ideenreichtum, Gefühl, Liebe zum Detail, Geschick und Arbeit hinter jedem einzelnen Stück stecken, der schaut auf dieses Kreativhandwerk mit ganz anderem Respekt. Und noch etwas wurde dem Bürgermeister klar: Für filigrane Arbeiten ist er wohl eher weniger gemacht – der Hang zum Grobmotorischen ließ sich an der einen oder anderen Stelle nicht ganz verbergen. Gerade deshalb war dieser Aufenthalt so lehrreich. Für Bürgermeister Ingo Seifert steht nach diesen 5 Stunden und 55 Minuten fest: Das Kreativhandwerk wird als Wirtschaftszweig oft unterschätzt, obwohl darin enorm viel Potenzial steckt. Umso größer ist der Dank an Ivonne Hempel, die ihm mit ihrer professionellen Vorbereitung und ihrer Leidenschaft für das Handwerk die Augen für diesen besonderen Bereich geöffnet hat.
03 BÄCKEREI KINDER
Die dritte Station am 27. Februar 2026 in die Bäckerei Kinder auf der Zwickauer Straße. Diesmal begann der Tag allerdings nicht früh – sondern gefühlt mitten in der Nacht. Dienstbeginn war um 01:30 Uhr. Für den Bürgermeister bedeutete das: Aufstehen bereits um 00:30 Uhr, nach nicht einmal drei Stunden Schlaf. Während andere sich zu dieser Zeit noch einmal wohlig im Kissen umdrehen, wurde in der Backstube der Bäckerei Kinder längst gearbeitet. Dort warteten René und Peter bereits auf ihren prominenten Aushilfsbäcker – und, soviel sei verraten, nicht bloß für einen freundlichen Händedruck. Für den Bürgermeister war nämlich ein ordentliches Programm vorbereitet worden. Semmeln aufsetzen, Brotteig abwiegen, Mohnzöpfe ausrollen und flechten, Wurzelstücke legen, Pfannkuchen backen und Fruchttaschen aprikotisieren – schnell wurde klar: In einer Backstube gibt es keine Schonfrist. Was bei Bäckermeister René Kinder mit beeindruckender Leichtigkeit aussah, war für Ingo Seifert durchaus eine handfeste Herausforderung. Oder anders gesagt: Das Bäckerhandwerk sieht von außen manchmal leichter aus, als es sich mit wenig Schlaf und müden Armen tatsächlich anfühlt. Gerade das machte diesen Einsatz aber so eindrücklich. Denn mit jedem Handgriff wurde spürbar, dass Backen eben weit mehr ist, als Teig in Form zu bringen.
Es ist ein Handwerk, das gelernt sein will – mit Erfahrung, Fingerspitzengefühl, Kraft, Kreativität und viel Wissen über Teige, Zutaten und Zubereitungen. Nicht jeder Handgriff gelang dem Bürgermeister sofort so, wie er sollte. Aber genau darin lag auch der Reiz dieses Morgens: selbst zu erleben, wie viel Können hinter den Dingen steckt, die später ganz selbstverständlich in der Ladentheke liegen.
Nach der Arbeit in der Backstube ging es direkt weiter: Laden einräumen, vorbereiten, sortieren – und pünktlich ab 05:00 Uhr die ersten Kundinnen und Kunden empfangen und bedienen. Dass ihnen dabei ausgerechnet der Bürgermeister die Brötchen reichte, sorgte erwartungsgemäß für so manchen überraschten Blick und manches Schmunzeln. Die Zeit verging dabei fast so schnell wie ein frischer Pfannkuchen aus der Pfanne – auch wenn zwischendurch mehrere Tassen Kaffee nötig waren, um mit dem besonderen Lebensrhythmus des Bäckerhandwerks Schritt zu halten. Neben der praktischen Arbeit blieb auch Zeit für Gespräche mit Bäckermeister René Kinder. Dabei war mit jedem Satz der Stolz auf das eigene Handwerk zu spüren.
Zugleich wurde aber auch deutlich, unter welchem Druck das Bäckerhandwerk heute steht: steigende Energie- und Rohstoffpreise, ein enormer Kostendruck und immer mehr Vorschriften und Regelungen. Würde man all das eins zu eins an die Kundschaft weitergeben, wären viele vermutlich nicht mehr bereit, diese Preise zu zahlen.
Was blieb nach diesen 5 Stunden und 55 Minuten? Vor allem eines: noch mehr Respekt. Respekt vor Menschen, die in sehr besonderen Arbeitszeiten leben, wenn für viele andere die Nacht noch lange nicht vorbei ist. Respekt vor der körperlichen Kraft, der Kreativität und dem Wissen, das in diesem Beruf jeden Tag gefordert ist. Und Respekt vor allen, die in kleinen Backstuben mit großem Können dafür sorgen, dass echtes Handwerk erhalten bleibt. Oder, um es mit den Worten des Bürgermeisters zu sagen: Ein Hoch auf das Bäckerhandwerk.
02 PFLEGEDIENST PROKOT
Die zweite Station am 20. Februar 2026 zum Pflegedienst Prokot. Der Tag begann früh. Pünktlich 06:30 Uhr, Dienstbeginn – und keine lange Vorrede.
Pflegedienstleiterin Yvonne Wagner und Pflegefachkraft Andrea Gütlein begrüßten den Bürgermeister herzlich, dann ging es direkt los. Sieben Patientinnen mund Kunden standen auf der Route. In der Nacht gab es bis zu minus 12 Grad – also hieß die erste Aufgabe: Eiskratzer in die Hand, Scheibe frei machen, losfahren. Mobile Pflege beginnt nicht erst an der Wohnungstür – sie beginnt draußen, bei Wind und Wetter, ganz praktisch.
Bei den Besuchen vor Ort stand der Bürgermeister nicht „nur daneben“. Er wurde eingebunden, packte mit an, wo es möglich war. So wurde er eingeteilt zum Rücken waschen, eincremen, Kompressionsstrümpfe wechseln – Tätigkeiten, die viel Vertrauen, Ruhe und Fingerspitzengefühl brauchen. Gleichzeitig konnte er medizinische Handgriffe wie Blutzucker messen, Spritzen setzen und Medikamente verabreichen beobachten. Vor allem aber wurde eines schnell klar: Pflege ist nicht nur Versorgung – Pflege ist Beziehung. Denn eine der wichtigsten Aufgaben an diesem Vormittag war das Gespräch.
Der Bürgermeister suchte bewusst den Austausch mit den Menschen – und wurde mit offenen Worten empfangen. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, den Bürgermeister so nah bei sich zu haben?“, war sinngemäß die Stimmung. In kurzer Zeit hörte er Lebensgeschichten, erfuhr von Sorgen, Problemen, Wünschen – und von dem großen, oft unausgesprochenen Bedürfnis nach Kontakt. Für viele sind die Mitarbeitenden des Pflegedienstes nicht einfach nur Dienstleister, sondern ein Stück Alltag, Sicherheit – manchmal sogar ein Highlight des Tages. Zurück in der Geschäftsstelle wurde ausgewertet – und auch bewertet: Von Andrea Gütlein gab es für den Bürgermeister eine „2+“. Mit einem Augenzwinkern, aber auch als ehrlicher Ansporn, gern wiederzukommen. Was blieb nach diesen 5 Stunden und 55 Minuten? Vor allem ein noch tieferer Respekt. Bürgermeister Ingo Seifert hatte schon vorher betont, wie hoch er die Leistung der Pflege einschätzt
– insbesondere der mobilen Pflege, die Tag für Tag unterwegs ist, unabhängig von Wetter, Wochentag, Termindruck oder eigener Belastung. „Allen, bei denen wir heute waren, ist es immens wichtig, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können“, so die zentrale Erkenntnis. Genau das ermöglichen Pflegekräfte und Mitarbeitende der Hauswirtschaft – mit Kraft, Geduld und echter Empathie. Gleichzeitig machte der Einsatz nachdenklich. Denn die Tour war an diesem Tag nicht minutiös „nach Vorschrift“ getaktet – beide nahmen sich bewusst mehr Zeit für die Menschen, als es sonst oft möglich ist. Und genau darin liegt ein Schmerzpunkt: Menschlichkeit lässt sich nicht in Minuten messen. „Leider sind Menschen, die in eine solche Situation kommen, mehr Kostenfaktor als alles andere“, so die ernüchternde Erfahrung, die den Bürgermeister spürbar beschäftigte. Besonders bewegend fasste Ingo Seifert seine Eindrücke so zusammen: „Ich war bei Menschen, welche unser Land mit aufgebaut haben, welche auf ein intensives Arbeitsleben zurückblicken, welche Familien gegründet, Angehörige verloren haben, die unterschiedlichste Gesellschaftssysteme durchlebt und Schwierigkeiten gemeistert haben, welche wir alle heute gar nicht mehr kennen. Jetzt sind diese Menschen oftmals allein und sich selbst überlassen, haben kaum die Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen, dabei haben sie so viel zu erzählen. Der Besuch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes, das sind wahre Höhepunkte für diese Menschen und das stimmt mich unheimlich traurig sowie nachdenklich, denn sie hätten etwas anderes verdient.
Leider blenden wir das in dem tagtäglichen Stress, dem wir unterliegen total aus und kümmern uns viel viel zu wenig um diese Generation.“ Trotz aller Nachdenklichkeit überwog am Ende vor allem eines: Dankbarkeit. Der Bürgermeister bedankte sich bei allen MitarMitarbeitenden des Pflegedienstes Prokot und gratulierte allen, die diesen Beruf – ob in der Hauswirtschaft oder als Pflegefachkraft – mit Herz gewählt haben. Es ist ein Dienst am Menschen. Und damit ein Dienst an uns allen.
01 Kita Wirbelzwirbel
Am 16. Januar 2026 hieß es für ihn: rein in die zwei rechten Hausschuhe (denn der BM hatte vor lauter Aufregung das falsche Schuhwerk eingepackt) und ab in die Kita!
Sein „Dienst“ begann pünktlich um 06:30 Uhr in der städtischen Kita Wirbelzwirbel – und endete um 12:25 Uhr. Fast wie eine echte Schicht… nur mit deutlich mehr Glitzer, Bauklötzen und kleinen Verhandlungsgesprächen auf Augenhöhe. Begleitet wurde der Bürgermeister von den Erzieherinnen Janine Memmert und Julia Walther. Zunächst startete er in der Morgengruppe, bevor es mit Julia Walther in die Räume der Regenbogengruppe ging – dort sind die „Großen“ im Alter von 5 bis 6 Jahren unterwegs.
Und wie begrüßt man einen Bürgermeister in der Kita? Ganz einfach: mit Spielen, Lachen und einer Portion ehrlicher Neugier. Die Kinder tauten blitzschnell auf – und besonders die kleinen „Raufereien“ (natürlich im kinderfreundlichen Rahmen!) sorgten für beste Stimmung. Danach wurde gemeinsam gefrühstückt, bevor es nahtlos in den Morgenkreis und ein Beschäftigungsangebot überging. Richtig aktiv wurde es anschließend draußen im Garten: Der Bürgermeister buddelte fleißig im Sandkasten mit – professionell, konzentriert und vermutlich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder mit Sand an Stellen, an denen man ihn abends nicht erwartet. Nach dem Mittagessen wartete ein weiteres Highlight: eine Geschichte, vorgelesen vom Bürgermeister persönlich – als Einstimmung auf den Mittagsschlaf.
Und dann kam der Moment, den man als Rathauschef vermutlich nicht im Terminplan stehen hat: Die Kinder bestanden darauf, dass auch er sich mit hinlegt. Der Bürgermeister tat, was ein Bürgermeister in einer Demokratie tun muss: Er hörte zu. Und legte sich tatsächlich dazu.
Am Ende waren sich alle einig: Es war ein besonderer Tag, der bei Kindern,Erzieherinnen und Bürgermeister sicher noch lange in Erinnerung bleibt. Für den Bürgermeister gab es dabei einen ehrlichen Einblick in den Kita-Alltag – und vor allem in die große Leistung der Erzieherinnen und Erzieher: Jeden Tag auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, Konflikte zu begleiten, Mut zu machen und dabei noch den Überblick zu behalten, ist eine echte Herausforderung. Respekt inklusive! Auch wenn der Bürgermeister nach der „Schicht“ spürte, dass Kita-Arbeit eine ganz eigene Form von Belastung ist, überwog am Ende eindeutig der Spaß. Deshalb hat er für die Regenbogengruppe in diesem Jahr sogar eine Patenschaft übernommen – und wird mit den Kindern noch mehrere Aktivitäten durchführen.
Übrigens: Nach dem Kita-Einsatz ging es für ihn nicht etwa nach Hause – sondern direkt weiter ins Rathaus. Denn: Die „normale“ Bürgermeisterarbeit soll über die Aktion natürlich nicht in Vergessenheit geraten.








































