Veranstaltungsort
Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk
Lindenauer Straße 22
08289 Schneeberg
Telefon 03772 22446
Scheinbar unversöhnlich sind ist Seidenstickerei mit Themen des Bergbaus - feine Stiche, zarte Linien und edler Glanz stehen im Kontrast zu dem rauen Felsenhang und der Tiefe [bergmännisch Teufe], in der kein Licht mehr scheint. Die "Ewige Teufe" ist die nach unten unbegrenzte Tiefe. Die Ausstellung folgt dem bild- und trostreichen Text des alten Geistlichen Bergliedes von 1791: Herr, der du meine Pfade lenkst, mit mir zur Tiefe fährest…! Eine Reihe von Stickereien auf Seide nimmt die Bildsprache des Liedes, deren Geheimnis und Tiefgang auf.
Den Bildern gegenüber stehen Pulte mit darauf liegenden, gestickten Händen. Das Gebet unterbricht die Arbeit und fördert Vertrauen und Gewissheit: "Denn er ist Gott und dort und da mir gnädig. Seine Hilfe nah."
Die Welt der Kristalle zeigt Schönheit und Perfektion der Natur. Schon das Wort KRISTALL hält ein Ge-fühl fest - die Natur hat wirklich etwas Unvergängliches, Wunderbares geschaffen. Die Kristalle bringen Ordnung in etwas - so wie es auch die Kunst versucht:
zigfach wiederholen sich Stickstiche wie Striche und lagern sich in Schichten auf die Kristalle - eine Zuwendung besonderer Art. Die Kristalle sollen Bewunderung erreichen, wir begegnen der Künstlerin Natur mit großem Respekt.
Die Textilkünstlerin Gisela Polster widmet sich seit 1980 der Seidenstickerei wie einer Berufung. Fallschirmseide, Reste des zweiten Weltkrieges, dienen als Material für Handstickerei.
Die Zuwendung und Auseinandersetzung mit existenziellen Impulsen spielen immer wieder eine Rolle für Umsetzungen in „Seide“. Die Seidenstickerei in ihrem künstlerischen Prozess muss viel mitmachen, die Flächen werden gerissen und gefärbt, bestickt und gespannt - bis sie für unser Auge glanzvoll erlebt werden und die Inspiration der gewählten Themen widerspiegeln.
"Ich Sticke, weil ich spüre, dass das Tun das Geheimnis der Freude in sich birgt"
schrieb Gisela Polster einmal während einer langen Vorbereitung
"und weil ich mich freue, sticke ich eben. Der manchmal graue Alltag schimmert in Farben."
Da fand sich nun, unumgänglich viel Zeit, um einer der Hauptfragen nachzugehen, nachzusticken:
"Der Alltag hat eine himmlische Herkunft. Wie können wir den der Alltag vom Ewigen her leben? Wie offenbart sich das Ewige in der Zeit? Und wie entsteht Harmonie von Ewigkeit und Zeit?"
1
Herr, der du meine Pfade lenkst,
mit mir zur Tiefe fährest,
im Schoß der Erde mein gedenkst,
mich schützest und ernährest,
dich preist mein Lied, ehrt mein Gesang,
hoch auf aus rauhem Felsenhang.
2
Zur Rechten und zur Linken
schwebt die Menge der Gefahren.
Doch dass mein Herz nicht zagt noch bebt,
du wirst mich schon bewahren:
Denn du bist Gott und dort
und da mir überall mit Hilfe nah
3
Erretter aus Gefahr und Tod
durch milde Vaterhände,
gibst du mir Arbeit, Freud` und Brot
bis an mein Lebensende und nimmst,
vollbring ich meinen Lauf,
mich gütig in den Himmel auf.
4
Mein Herz, im Schacht und Felsenhang,
in grausen Mitternächten,
erheb zu ihm den Lobgesang.
Ihn preisen die Gerechten,
denn er ist Gott und dort
und da mir gnädig, seine Hilfe nah.
Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk
Lindenauer Straße 22
08289 Schneeberg
Telefon 03772 22446
Gisela Polster
in Zusammenarbeit mit dem
Technisches Museum Siebenschlehener Pochwerk
Lindenauer Straße 22
08289 Schneeberg
Telefon 03772 22446
ÖFFNUNGSZEITEN
Letzter Donnerstag im April bis 30. Oktober
Do bis Sa 10 – 17 Uhr